Let it snow, let it snow, let it snow!

Hallo reader ,
Sagt man sonst gerne "Herr, lass es Hirn regnen!", möchte ich gerade das Universum bitten, dass sich etwas Milde wie eine leichte Schneedecke über die vergrätzten Gemüter legen möge - ich bin jedenfalls gerade durch den Schwarzwald, die Schweiz und Liechtenstein gefahren, es schneite und bei mir wirkts! Verträumt grinsend friere ich mir in meinen Chucks die Zehen blau, aber bin gleichzeitig warmen Herzens gewillt, wegen akuter Vorweihnachtsgefühle allen Menschen erstmal nur gute Absichten zu unterstellen - oder vielleicht auch nur, um einen Gegenpol zu unserem Kanzler zu setzen, der mit jeder neuen Äußerung für mehr Fremdscham und Rückschrittlichkeit sorgt (frag mal Deine Töchter!) - und siehe da: bisher liege ich mit der Unterstellung guter Absichten durchweg richtig! Wie man in die verschneiten Leben hineinruft, so schallert es auch oft zurück.
A propos: Neulich sagte eine Freundin zu mir: "Boooaaah, ich war SO GESTRESST in den letzten Wochen, ich habe schon FÜNF Weihnachtsfilme geguckt, um wieder runterzukommen!" Das finde ich erstens eine sehr präzise Maßeinheit für Stresslevel, als auch eine vortreffliche Gegenmaßnahme. Für mich geht kein Jahr ohne "Drei Nüsse für Aschenbrödel" und "Der kleine Lord".
Was verschafft Dir gute Laune in der Vorweihnachtszeit?
Hier gibts jedenfalls meine Highlights der letzten Wochen:
1.) Neues aus dem Schönleber-Universum, was war, was ist, was kommt?
2.) Gute Nachrichten aus aller Welt
3.) Ein Bonus für alle Schönletterant*innen: ein musikalisches Pre-Listening fürs Buch

Was war?

1.) Sisters of Comedy 2025

Am 10.11.2025 war wieder "Sisters of Comedy" - mein Herzensprojekt: das jährliche bundesweite Benefizevent von Frauen für alle. In diesem Jahr konnten wir in Köln knapp 2000,-€ für das Kölner Handwerkerinnenhaus spenden, ein fantastischer und wichtiger Lern- und Bildungsort für Mädchen und Frauen. Insgesamt sammelten 25 Shows gut 50.000,-€ für jeweils lokale Frauenhilfsprojekte. Auf der Bühne: Susanne M. Riedel, Coremy und die Heilsschnittchen aus der legendären Kölner Schnittchensitzung. (Bild u. links) Und isch natürlisch!
So sehr ich dieses Projekt liebe, so traurig ist der Anlass, denn in den letzten Jahren nehmen die Straftaten gegen Frauen in allen Bereichen zu. (Quelle: BKA)
Das Gute: Durch größere Sensibilisierung der Gesellschaft werden heute auch mehr Straftaten angezeigt.

2.) "Radikal"-Premiere sehr gut gelungen!

Wow, war ich aufgeregt! Wenn ich nicht selbst auf der Bühne stehe, ist es fast noch schlimmer...:-)
300 Schüler*innen der Eichendorff-Realschule Köln (8.-10.Klasse) sahen die Premiere meines neuen Jugendtheaterstückes. Es war zwischendurch so still, dass ich dachte, sie sind kollektiv eingeschlafen, aber mitnichten! In der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass sie das Stück einfach sehr mitgerissen hat, denn viele von ihnen hatten bereits Erfahrung mit fremdenfeindlichen oder gar rechtsradikalen Memes in ihren Social Media Accounts oder Messengerdiensten und sehen die Gefahr der Spaltung, Diskriminierung, Hass und Hetze als Narrativ für Radikalisierung. Auch das Feedback des Lehrerkollegiums war sehr positiv - beide Schauspielteams des Comic-On! Theaters haben großartig gespielt und auch hier: wäre der Anlass nicht so beunruhigend, würde ich es noch mehr feiern.
Vielleicht bist DU ja Lehrer*in oder Schulsozialarbeiter*in und denkst: das Stück sollte an unsere Schule kommen? Dann erfährst Du hier etwas über die Konditionen zur Buchung.

Was noch?

Ich bin Oma geworden!!!
Nein, nicht im herkömmlichen Sinne. Ich war auch erst irritiert, als eine nette Zuschauerin in meinem Alter nach einem Auftritt in Bretten meinte, "ich würde doch genau in die Zielgruppe passen: Ü50 und "neue Räume gestalten" und so." Ich dachte kurz, sie wäre eine Innenarchitektin oder Talent Scout von "Deko Queen" oder wie diese Formate heißen, aber nein, viel besser: Sie war auch eine Oma. Für mich waren Omas immer gefühlt 40 Jahre älter als ich, und zwar zu jedem Zeitpunkt, aber nein: ZACK! -bin ich auch soweit: ich unterstütze die Omas for future!
Ohne erheblich mehr Klimaschutzmaßnahmen (und das ist nicht diese "Technologieoffenheit", von der Friedrich Merz immer spricht!) können wir einpacken, bzw. unsere Kinder und potenziellen Enkel, aber das Gute: Wr können etwas tun! Bildung, ehrenamtliche Tätigkeiten, Spenden, usw. Es gibt z.B. dieses reizende Buch der Omas, mit einer motivierenden Abenteuergeschichte (mit viel Infos, ohne belehrend zu sein!), die von fabelhaften Beispielen europäischer Städte erzählt, in denen Maßnahmen für eine lebenswertere Zukunft bereits umgesetzt werden. Ich hab ein Kapitel daraus vorgelesen.

Was kommt?

1.) The Tour goes on...

Der erste große Block der Herbsttour ist rum, den Süden habe ich reichlich bespielt (wobei ich am 3.12. nochmal mit dem Soloprogramm nach Biblis komme, da gibt's noch Restkarten) und es waren reinste Feste mit einigen ausverkauften Shows und so vielen warmherzigen, begeisterten Rückmeldungen, ich bin ganz glückselig! Wie schön ist das, wenn der Beruf so viel Freude macht und bereitet! Diese Woche geht's noch nach Langenhagen und Rheinberg, im Dezember noch nach Gifhorn und zur TV-Aufzeichnung vom Schlachthof nach München.. AAAber: auch im neuen Jahr geht die Tour weiter, im Januar bin ich irre viel unterwegs, nahezu überall, und ich mache mich auch SEHR gut unterm Weihnachtsbaum, in Ticketform! :)

2.) Das Buch

Ich habe die Druckfahnen, also die letzte Korrekturmöglichkeit, gerade auf dem Desktop, es sieht sehr gut aus und das da oben ist die Verlagsvorschau. Meine großen Idole Frau Jahnke und Jochen Malmsheimer haben schmeichelhaft schöne Worte gefunden, für das, was ich mache (die hänge ich mir in Kreuzstich über den Schreibtisch, glaube ich! Halleluja!). Es kommt offiziell im Frühjahr 2026 heraus, ist also auch erst ab dem nächsten Jahr vorbestellbar, ich habe es aber schon ab Januar mit auf Tour. Es wird ein, zwei kleine Bookreleaseparties in Köln geben und ich freue mich sehr. Und eine kleine Überraschung wartet noch am Ende dieses Schönletters. :-)

2. Gute Nachrichten aus aller Welt

JAAA! Auch in diesen Zeiten passieren gute Dinge, wie immer! Also lass Dich nicht entmutigen und guck doch mal hier:

1.) Kirchen stoppen Investitionen in fossile Energien

Wunder geschehen: Da sind sogar die Katholiken forscher als die Protestanten! 46 kirchliche Institutionen in Deutschland starten ihre bislang größte Divestment-Aktion: Sie ziehen ihre Gelder aus klimaschädlichen Investments in Kohle, Öl und Gas ab – Teil einer weltweiten Bewegung, der sich schon mehr als 1.700 Organisationen angeschlossen haben. Ganzer Beitrag hier.

2.) Fight the Datenkrake: Kostenlose Teilnahme an Sammelklage gegen Meta

Ich hab auch schon das Formular ausgefüllt:
Millionen Meta-Nutzer:innen könnten Anspruch auf Schadensersatz haben!
Meta soll über Jahre Daten von Facebook- und Instagram-Nutzer:innen gesammelt haben – auch außerhalb der eigenen Plattformen und ohne klare Zustimmung. Nun formiert sich die wohl größte Sammelklage des Landes. Alle mit Meta-Konto können sich kostenlos anschließen. Hier geht's zum Beitrag.

3.) "Die Lesepatin von Duisburg" begeistert jährlich hunderte Kinder

Lale Öztürk verwandelt die Stadtteilbibliothek Neumühl in Duisburg regelmäßig in eine kleine Bühne: Mit Dia-Projektor, Verkleidungen und vielen Stimmen lässt sie Kinder in Geschichten eintauchen. Ihre Veranstaltungen sind regelmäßig ausgebucht, sie spricht unterschiedliche Nationalitäten an und begeistert Kinder (und Eltern) fürs Lesen und Vorlesen. NICHTS ist wichtiger (meiner Meinung nach!) als Bildung und Freude an Wissen, erweiterung des Sprachschatzes, zusammensein und Fantasieförderung. Ihr Engagement hat bereits weitere Vorlesepat:innen inspiriert und ihr den Deutschen Lesepreis eingebracht. Auch das ist etwas, was jedeR von uns tun kann, Kindern vorlesen! Und nach dem Beitrag kriegt man sofort Lust, es zu tun. Kurzer Hörbeitrag hier

4.) Frankreich: Vogelarten erholen sich dank Insektizidverbot

Das Ergebnis ist nicht überraschend, aber gut, dass es nun messbar ist (und hoffentlich weiterhin Schule macht): Das EU-Verbot bestimmter Pestizide zeigt in Frankreich bereits Wirkung: Seit Neonicotinoide verboten sind, erholen sich die insektenfressende Vögel. An 1.900 Standorten stiegen die Bestände teils um drei Prozent. Forschende sehen darin ein Hoffnung für ganze Ökosysteme. Mehr hier.

5.) Eine Kneipe gegen das Vergessen

Nochmal Duisburg (da geht was!): EIn Beitrag, der mich sehr gerührt hat. Auch meine Mutter ist an Demenz erkrankt und es ist so wichtig, wertvoll und auch möglich, demenzkranken Menschen Lebensfreude zu ermöglichen!
Im Duisburger Malteserstift St. Nikolaus gibt es eine Kneipe aus den 60er-Jahren. Allerdings nicht für Nostalgiefans, sondern für Menschen mit Demenz. Mit Schlagern, alten Fotos und einer vertrauten Einrichtung weckt das „Rheintörchen“ Erinnerungen, die im Alltag oft verblassen.
Im Pflegeheim Sankt Nikolaus in Duisburg sorgt eine eigene Kneipe für Lebensfreude bei Menschen mit schwerer Demenz. Musik, vertraute Rituale und Gespräche wecken Erinnerungen und fördern soziale Teilhabe. Pflegekräfte berichten von spürbarer Entlastung und emotionalen Momenten. Ein kreativer Ansatz im Umgang mit einer Krankheit, die Millionen betrifft – und weiter zunehmen wird. Hörbeitrag hier.

6.) Erd-All-Temperaturgefälle: Motor läuft ohne Strom

Wie krass ist das?! US-Ingenieur:innen haben einen Motor entwickelt, der ohne Strom oder Treibstoff auskommt. Er nutzt allein den Temperaturunterschied zwischen warmer Erde und kaltem Weltall: Eine speziell beschichtete Platte strahlt Infrarot ins All ab und kühlt sich dabei so stark ab, dass genug Energie entsteht, um einen Stirlingmotor anzutreiben. aber das ist erst der Anfang...mehr hier.

7) Erstes digitales Jugendzentrum für queere Jugendliche startet

More Safe Space: Mit lambda space geht Deutschlands erstes digitales LGBTQIA+-Jugendzentrum online. Es bietet 14- bis 26-Jährigen einen sicheren Raum zum Austausch, für Beratung und zum Vernetzen – gerade dort, wo es offline kaum Angebote gibt. Das Interesse ist riesig: 865 Jugendliche standen schon vor dem Start auf der Warteliste. Großartig! Bedarfsgerecht! Mehr hier.

8.) Rechte Parolen im Alltag kontern: Die Stammtischkämpfer:innen

Wie reagiere ich auf rassistische und sexistische Aussagen? Die „Stammtischkämpfer:innen” geben praktische Tipps, z. B. in Workshops. Folgende Fragen können hilfreich sein: Wer sitzt mir gegenüber? Bin ich sicher? Was ist mein Ziel? Je nachdem kann man u. a. Fragen stellen, andere mit einbeziehen, sich positionieren oder diskutieren. Hörbeitrag und erste Tipps hier, und hier geht`s zur Homepage.

3.) Kleiner Bonus

Das weiß noch keineR:
Im neuen Kurzgeschichtenbuch sind auch Texte meiner Lieder enthalten, die zum Thema passen. Eine (Video-) Playlist zu den Songs gibts jetzt schon hier.
Viel Spaß!
Das war's auch schon wieder im aktuellen Schönletter.
...und bevor wir uns weiterhin wie Friedrich Merz falsche Gedanken zum Them "Stadtbild" machen, hilft es, immer mal wieder auf Land oder Wasser zu gucken und die eigenen Gedanken zu entmüllen.
Back to Herzlichkeit, auch wenn's nicht schneit!
Ich wünsche Dir eine friedliche, fröhliche Vorweihnachtszeit mit vielen guten Begegnungen!

Wie immer gilt: falls Du gerne mal zu einer meiner Shows kommen möchtest, aber gerade knapp bei Kasse bist, melde dich bei mir. Die ein oder andere Freikarte ist immer möglich. Niemand soll aus finanziellen Gründen auf Kultur verzichten müssen.

Ich hoffe, wir sehen uns!
Wenn Du Fragen oder Anregungen hast: schreib mir gerne.
Bis zum nächsten Schönletter!

Hab es gut, nimm's mit Humor, bleib mutig und mach durch dich die Welt ein bisschen schöner!
Deine Dagmar
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